• Thomas Kroth

Software: maßgeschneidert oder von der Stange?

So treffen Sie die richtige Entscheidung!


Marktgängige Softwarelösungen sind etwas Feines. Mit dem Plug-and-play-Ansatz können Sie sofort nach der Installation starten. Durch die Vielzahl an Anwendern ist eine marktgängige Software außerdem oft recht günstig in der Anschaffung und wird vom Hersteller regelmäßig aktualisiert. Gleichwohl ist es eben nur ein Standardprodukt mit allen Vor- und Nachteilen.

Denken Sie gerade darüber nach, ob eine neue oder erweiterte Software bei Ihnen im Hause eine Effizienzsteigerung bringt? Dann kann dieser Blogbeitrag Ihnen wichtige Hinweise liefern, ob Standardsoftware „von der Stange“ oder etwas Maßgeschneidertes das Richtige ist.


Was heißt eigentlich Standardsoftware?

Standardsoftware dient einem klar definierten Anwendungsbereich. Sie kann als vorgefertigtes Produkt erworben bzw. lizensiert werden. Es gibt branchenneutrale Softwarelösungen, die funktionsbezogen sind, beispielsweise für die Buchhaltung, für CAD-Zeichnungen, Design etc. Daneben gibt es auch branchenneutrale, funktionsübergreifende Softwareprogramme. Am bekanntesten sind die Programme im Office-Paket zum Schreiben, Kalkulieren, Präsentieren. Aber auch Software für das Verwalten von Kundenbeziehungen (CRM) und Warenwirtschaftsprogramme (ERP) zählen hierzu. Standardsoftware gibt es auch zugeschnitten für viele Branchen, z.B. für Werbe-Agenturen und Architektenbüros, für Handwerker, den Einzelhandel u.v.m.


Und Individualsoftware?

Sie wird maßgeschneidert gemäß den  Anforderungen eines einzelnen  Auftraggebers und individuell auf dessen Anforderungen hin programmiert. Interne oder externe Entwickler erstellen die Software und schneiden sie genau auf die unternehmensspezifischen Abläufe zu. Typische Anwender von Individualsoftware sind Unternehmen und Organisationen, die spezifische Anforderungen an ihre Software haben, für die keine exakt passenden, marktgängigen Softwareprodukte verfügbar sind.

Auf einen Blick: Vor- und Nachteile von Standard- und Individualsoftware

Standardsoftware

Individualsoftware

Vorteile

  • Keine Entwicklungszeit, sofort installierbar

  • Überschaubare, meist geringe Kosten da Massenanwendung

  • Regelmäßige Updates des Herstellers

Vorteile

  • Perfektes Abstimmen auf die Abläufe des Unternehmens möglich und damit effiziente Prozesse

  • Anpassungen bei Änderungen von Prozessen oder Firmenstrukturen möglich

  • Skalierbar

  • In der Regel keine Lizenzkosten

Nachteile

  • Spezifische Anforderungen werden nicht abgedeckt, ineffiziente Prozesse

  • Regelmäßige Lizenzgebühren fällig

  • Ggf. schleppender Support

Nachteile

  • Erarbeitung der Anforderungen notwendig

  • Hohe, schwer kalkulierbare Initialkosten

  • Ggf. lange Entwicklungszeiten

  • Ggf. Bindung an Entwickler/-firma


Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß!

Wie so oft gibt es auch bei diesem Thema kein in Stein gemeißeltes „Entweder-oder“.

Denn eine kommerziell erhältliche Software ist nicht immer komplett statisch und kann ggf. stark konfiguriert werden. Sie ist also ebenso individualisierbar.

Gerade bei ERP-Systemen muss im Vorfeld häufig das finale Produkt aus einem Bauteilekasten zusammengesetzt werden. Dies erfordert einiges an Vorlauf und der anfangs erwähnte Plug-and-play-Effekt stellt sich hier mit Sicherheit nicht ein. Zudem werden zur Administration des Softwareprodukts spezielle Kenntnisse und somit geschultes Personal notwendig sein.

Ebenso muss nicht jede individuelle Software mit Basis-Programmiersprachen Zeile für Zeile geschrieben werden. Mit sogenannten Low-Code- und No-Code-Methoden, können auch Nicht-Entwickler Anwendungssoftware erzeugen. Für solche Lösungen gibt es eine Vielzahl an Anbietern.


Der Nachteil: Einmal entschieden, ist man von der gewählten Plattform abhängig – der sogenannte Vendor Lock-in.

Individualisierte Standardsoftware – Mittelweg oder Königsweg?

Mit einer individualisierten Standardsoftware können Sie die Vorteile beider Softwarearten miteinander verbinden. Eine fast fertige Lösung wird unter Einbeziehung einer Standardsoftware individuell auf Ihre Anforderungen hin erweitert. Der zeitliche Rahmen für die Entwicklung kann kurzgehalten werden, ebenso die Kosten für die Programmierung.

Wie kann so eine Lösung aussehen?

Variante 1: Sie nutzten eine Standardsoftware und erweitern diese um individuell programmierte Module oder Komponenten. Dies ist oft sinnvoll, wenn durch die Anwendung wiederkehrende, gleichartige Abläufe abgebildet werden können.

Variante 2: Alternativ können als Ausgangspunkt mehrere standardisierte Komponenten dienen. Diese werden in einer individualisierten Software aggregiert, sprich miteinander verbunden. Bei der Verknüpfung wird unternehmensspezifische Logik verwendet; damit müssen es auch nicht zwingend immer die gleichen Abläufe sein. Die Software ist flexibler als in Variante 1.

Welche Mehrwerte bietet Ihnen eine individualisierte Standardsoftware?

Ganz klar, wenn Sie bestehende Software oder Komponenten weiter nutzen, findet die individualisierte Erweiterung schneller Akzeptanz bei Ihren Usern. Sie kennen die Software schon und haben diese vielleicht sogar liebgewonnen. Der Schulungsaufwand ist auf jeden Fall geringer als eine neue Standardsoftware anzuschaffen oder eine Individuallösung in Auftrag zu geben. Für viele – nicht alle – Fälle kann dies also tatsächlich der Königsweg sein.


Wie können Sie nun die richtige Entscheidung fällen?

Sie fragen sich nun sicher: Wann ist denn nun konkret eine Standardsoftware ausreichend? Brauchen wir eine individualisierte Standardsoftware? Oder ist vielleicht sogar eine individuell für uns aufgesetzte Software vonnöten?

Pauschale Antworten wären hier fehl am Platz. Erste Anhaltspunkte können Sie finden, wenn Sie sich mit den folgenden Fragen auseinandersetzen:

  • Handelt es sich bei Ihren Prozessen um Standardprozesse oder ist jedes Kundenprojekt individuell? Gibt es Gemeinsamkeiten?

  • Ist die Software Teil Ihres Geschäftsmodells?

  • Werden sich Ihre Abläufe und/oder Ihr Geschäftsmodell in der nächsten Zeit voraussichtlich verändern? Wenn ja, mit welchen Auswirkungen auf die in der Software abgebildeten Prozesse?


Mit diesen Fragen lassen wir Sie nicht allein. Gerne schauen wir gemeinsam mit Ihnen auf Ihre Prozesse und analysieren, welche Softwareart für Ihr Business, unter Kosten- und Nutzenaspekten, am besten passt.

Holen Sie sich unser Experten-Feedback. Gern empfehlen wir Ihnen eine Lösung, die Ihre spezifischen Anforderungen optimal abbildet und Sie und Ihr Unternehmen nachhaltig weiterbringt.



Vereinbaren Sie gleich einen unverbindlichen Gesprächstermin! Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen.




Dr. Anja Zonaras

Kundenbetreuung M. +49 (0)1525 20 17 570

E. zonaras@tesolva.de


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